LED-Streifen an Strom anschließen: Anleitung & Tipps

Die Grundlagen: 12V, 24V oder 230V?

LED-Streifen an Strom anschließen: Anleitung & Tipps

LED-Streifen sind die perfekte Lösung für indirekte Akzentbeleuchtung. Doch bevor es an die Montage geht, müssen Sie die Spannung klären. Die meisten flexiblen LED-Bänder arbeiten im Niedervoltbereich (12V oder 24V).

Das bedeutet: Sie können diese nicht direkt in die Steckdose stecken. Sie benötigen zwingend ein Netzteil (Trafo), das die 230V aus der Steckdose in die benötigte Niederspannung umwandelt.

Es gibt zwar spezielle 230V-Direkt-LED-Streifen, diese sind jedoch meist dicker ummantelt und weniger flexibel.

Für den Wohnbereich, insbesondere Möbel- oder Deckenbeleuchtung, sind 12V LED Streifen oder 24V LED Streifen der Standard.

Warum Niedervolt (12V/24V) meist die bessere Wahl ist

Auch wenn der direkte Anschluss an 230V verlockend einfach klingt, bieten Niedervolt-Systeme entscheidende Vorteile:

  • Sicherheit: Bei 12V oder 24V besteht keine Gefahr durch lebensgefährliche Stromschläge. Das ist besonders wichtig in Feuchträumen wie dem Badezimmer oder in der Nähe von Kindern und Haustieren.
  • Flexibilität: Niedervolt-Streifen haben kürzere Schnittmarken. Sie können diese Bänder oft alle paar Zentimeter kürzen und so exakt an Ihre Möbel anpassen. Bei 230V-Streifen sind die Abstände oft einen vollen Meter lang.
  • Langlebigkeit: Hochwertige Netzteile sorgen für eine konstante, saubere Spannung, was die Lebensdauer der LEDs verlängert.

Das richtige Netzteil berechnen

Da Sie den LED-Streifen nicht direkt an das Hausnetz anschließen, ist das Netzteil die wichtigste Komponente. Es muss zwei Kriterien erfüllen:

  1. Spannung (Volt): Die Ausgangsspannung des Netzteils muss exakt zur Spannung des Streifens passen (z. B. 12V Trafo für 12V Streifen).
  2. Leistung (Watt): Das Netzteil muss genug Power haben, um den gesamten Streifen zu versorgen.

So berechnen Sie die Wattzahl

Rechnen Sie niemals zu knapp. Ein Netzteil sollte nie permanent zu 100 % ausgelastet sein. Wir empfehlen eine Reserve von mindestens 10 % bis 20 %.

Beispielrechnung:
Ihr LED-Streifen verbraucht 200 Watt.

Rechnung: 200 Watt + 10 % Reserve = 220 Watt.

Wahl: Sie benötigen ein Netzteil mit mindestens 220 Watt (oder dem nächsthöheren verfügbaren Wert).

Anleitung: LED-Streifen richtig verkabeln

Beim physischen Anschließen müssen Sie auf die richtige Polung achten (+ auf + und – auf -). Doch die größte Herausforderung bei langen Streifen ist der sogenannte Spannungsabfall.

Die 5-Meter-Regel

Die Leiterbahnen auf den flexiblen Streifen sind sehr dünn. Wird der Streifen zu lang, kommt am Ende nicht mehr genug Spannung an. Das Ergebnis: Die LEDs werden nach hinten hin sichtbar dunkler oder ändern die Farbe.

  • Schließen Sie maximal 5 bis 6 Meter LED-Streifen an einem Stück an.
  • Möchten Sie längere Strecken (z. B. 10 Meter) beleuchten, speisen Sie den Strom parallel ein.

Lösung für lange Strecken: Die Mitteleinspeisung

Sie müssen nicht zwingend mehrere Netzteile kaufen. Oft reicht es, die Verkabelung schlau zu legen. Bei einer Länge von 10 Metern können Sie das Netzteil in der Mitte platzieren und jeweils 5 Meter LED-Streifen nach links und 5 Meter nach rechts anschließen. So hat kein Teilstück eine längere Zuleitung als 5 Meter und die Helligkeit bleibt überall gleichmäßig.

Einsatz von Controllern und Dimmern

Möchten Sie das Licht dimmen oder bei RGB-Streifen die Farbe wechseln, benötigen Sie einen Controller. Die Reihenfolge beim Anschließen ist immer gleich:

  1. Steckdose (230V)
  2. Netzteil (Wandlung auf 12V/24V)
  3. Controller (Empfänger für die Fernbedienung)
  4. LED-Streifen

Verbinden Sie also erst das Netzteil mit dem Controller und gehen Sie vom Controller aus zu den LED-Streifen.