LED Lampe oder Röhre flackert: Ursachen finden und beheben

Es ist ein ärgerliches Phänomen: Sie schalten das Licht an, und statt einer gleichmäßigen Beleuchtung erhalten Sie ein nervöses Flackern, Surren oder Blitzen.
Das betrifft nicht nur die klassische Glühbirnen-Form im Wohnzimmer, sondern sehr häufig auch LED Röhren in Küche, Keller, Werkstatt oder Garage. Anders als bei alten Leuchtmitteln ist ein flackerndes LED-Produkt oft gar nicht defekt. Die Ursache liegt häufig in der Technik drumherum.
Wir helfen Ihnen, das Problem bei Birnen und Röhren systematisch einzugrenzen.
Schritt 1: Das Leuchtmittel prüfen (Kreuztest)
Bevor Sie an der Installation arbeiten, stellen Sie sicher, dass die LED selbst intakt ist. Auch die langlebige Elektronik in LEDs kann Schaden nehmen.
So testen Sie es:
- Nehmen Sie die flackernde Birne oder Röhre heraus.
- Setzen Sie sie in eine andere Fassung ein, die sicher funktioniert (und keinen Dimmer hat).
- Ergebnis: Flackert sie dort auch? Dann ist das Leuchtmittel defekt oder von minderwertiger Qualität. Hier hilft nur ein Austausch. Leuchtet sie dort ruhig? Dann liegt das Problem an der Umgebung (siehe unten).
Spezialfall LED-Röhren: Starter und Vorschaltgeräte
Wenn Sie eine alte Leuchtstoffröhre gegen eine LED-Röhre getauscht haben und diese nun flackert (oder „pumpt“), liegt das fast immer am sogenannten Vorschaltgerät oder dem Starter.
Variante A: Leuchte mit Starter (KVG/VVG)
Haben Sie in Ihrer Lampe einen kleinen runden Starter, den man drehen kann? Dann haben Sie ein magnetisches Vorschaltgerät.
- Fehlerursache: Sie haben den alten Starter der Leuchtstoffröhre dringelassen.
- Lösung: Bei LED-Röhren liegt meist ein spezieller „LED-Starter“ (ein Dummy) bei. Tauschen Sie den alten Starter zwingend gegen diesen LED-Starter aus. Ohne diesen Wechsel flackert die Röhre oder geht kaputt.
Variante B: Leuchte ohne Starter (EVG)
Moderne Wannenleuchten haben ein elektronisches Vorschaltgerät (EVG) fest verbaut. Hier gibt es keinen Starter.
- Fehlerursache: Nicht jede LED-Röhre ist mit jedem EVG kompatibel. Die Hochfrequenz des alten EVGs stört die LED-Elektronik.
- Lösung: Prüfen Sie auf der Verpackung der Röhre, ob sie „EVG-kompatibel“ (oder „Universal“) ist. Wenn nicht, muss ein Fachmann das EVG ausbauen und die Leuchte direkt auf 230V umverdrahten (Vorsicht: Eingriff in die Elektroinstallation!).
Spezialfall LED-Birnen: Dimmer und Trafos
Bei normalen Glühbirnen-Formen (E27, E14) oder Spots (GU10, GU5.3) liegen die Ursachen meist woanders.
Der Dimmer (E27, E14, GU10)
Alte Dimmer benötigen eine hohe Mindestlast (z. B. 40 Watt), um zu arbeiten. Eine sparsame LED verbraucht oft nur wenige Watt. Wird die Mindestlast unterschritten, spielt der Dimmer verrückt.
Lösung: Nutzen Sie nur Leuchtmittel, die explizit als „dimmbar“ gekennzeichnet sind, und tauschen Sie alte Dimmer gegen moderne LED-Dimmer mit niedriger Mindestlast.
Der Trafo (12V Spots)
Bei 12-Volt-Strahlern (oft im Bad oder in der Decke) sorgt ein alter Halogen-Trafo oft für Ärger. Er liefert unsaubere Wechselspannung und braucht ebenfalls viel Last.
Lösung: Ersetzen Sie den Halogen-Trafo durch einen LED-Treiber (LED-Trafo). Dieser liefert konstante Gleichspannung für flackerfreies Licht.
Bewegungsmelder und Schalter mit Orientierungslicht
Flackert oder blitzt die Lampe im ausgeschalteten Zustand alle paar Sekunden auf? Das liegt oft an Bewegungsmeldern mit elektronischem Schalter (Triac) oder Lichtschaltern mit kleiner Glimmlampe (Orientierungslicht).
Diese Bauteile lassen permanent einen winzigen Kriechstrom fließen. Alte Glühbirnen hat das nicht gestört. Die effiziente LED lädt sich dadurch jedoch auf, bis sie kurz aufblitzt, und entlädt sich wieder. Ein sogenanntes RC-Löschglied (Entstörkondensator), das parallel geschaltet wird, kann diesen Kriechstrom ableiten und für Ruhe sorgen.